Infodump vermeiden

beitragsbihhhhhhldmac39feIhr wollt euren Lesern Informationen geben aber sie schlafen immer dabei ein? Diagnose: Infodump Überdosis.

Infodumps könnte man als eine reine Ansammlung von (überflüssigen) Beschreibungen, Details und Hintergrundinformationen bezeichnen die den Leser langweilen.

Sie langweilen weil man dem Leser Informationen gibt bevor er überhaupt einen Grund hat sich für sie zu Interessieren.

Dies geschieht meist zu Beginn, denn Neulinge glauben der Anfang einer Geschichte ist da zu da um den Leser Infos zu geben. Ist er nicht. Er ist dazu da um ein Grundgerüst zu liefern und Fragen aufzuwerfen die den Leser neugierig machen. Nicht um Antworten auf Fragen zu liefern die der Leser nicht gestellt hat.

Beispiel:

“Ich hoffe du kommst mich ab und zu besuchen Tailon”, sagte Kester und drückte ihn. Tailon wohnte in einem Kloster, zu mindestens war es vor dem großen Krieg noch eins. Während des großen Krieges zogen alle Völker Thsundor in den Krieg, dabei starben viele Menschen, vor allem die Männer denn sie kämpften an den Fronten um Frieden, Freiheit und vor allem um ihr Leben während Mutter und Kind zu Hause blieben um ihre Felder zu bewirtschaften oder dabei halfen für die Armee Rüstungen und Waffen zu bauen. Doch auch sie mussten Angst um ihr Leben haben denn es kam nicht selten vor, das Plünderer es ausnutzten das Städte nur schwach oder gar nicht bewacht wurden weil man die Soldaten in den Schlachten dringender brauchte und einsetzte. So kam es …

Die Frage die sich hier der Leser stellt:  
Warum geht Tailon weg und wo geht er hin?

Die Antwort die er bekommt:  
Es gab einen großen Krieg.

Das ist definitiv die falsche Antwort und verdeutlicht das Problem. Man weiß nicht mal wer Tailon und Kester ist und schon wird man von Fakten überhäuft die im Moment gar nicht wichtig sind.

In Tad Williams Shadow March beginnt das Buch mit 26 Seiten reinem Infodump. Der Grund warum das Buch ungelesen bei mir verstaubt. Nutzt bitte die “Blick ins Buch” Funktion von Amazon und ließt die ersten Seiten. Ich bezweifle stark dass ihr weit kommt.

Was kann man also dagegen tun?

  • Du hast viel Zeit damit verbracht deine Welt und Charaktere zu entwickeln und du weißt alles über sie und du denkst der Leser muss das auch wissen. Muss er nicht. Löse dich von dem Gedanken. Laut J.K Rowling war Dumbledore Schwul. Wurde es jemals in Harry Potter erwähnt? Nein. Weil es nichts zur Story beigetragen hätte.
  • Infodumping ist im ersten Entwurf nicht schlimm. Gerade Discovery Writer die einfach drauf losschreiben und währenddessen gucken wie sich die Geschichte entwickelt tendieren dazu. Hierbei können Infodumps als Gedächtnisstütze für den Autor dienen, sollten aber später entfernt werden.
  • Statt Informationen auf einmal preiszugeben sollte man sie über das Buch hin verteilen. Dies erhöht die Spannung denn wenn du anfangs eine auffällige Narbe deines Hauptcharakters erwähnst, fragt sich der Leser woher er sie hat.
  • Show, don’t tell! Bleiben wir bei der Narbe. Statt einfach die Erklärung für die Verletzung zu nennen könnte man dies in einem Gespräch verpacken. Ein Begleiter fragt den Helden wegen der Narbe und er (wir) bekommen dann die Geschichte zu hören. Man sollte aber auf faule Tricks wie “Erzähl mir alles nochmal” oder “Wie du ja weißt ist der König …” verzichten. Denn warum sollte man jemanden etwas erklären was er schon weiß?
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Ein Gedanke zu “Infodump vermeiden

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